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Projektbeschreibung: Rechtsextremismus und Männlichkeit(en)

Das Modellprojekt Rechtsextremismus und Männlichkeit(en) (2011 – 2014) fragte zunächst nach Zusammenhängen zwischen gesellschaftlichen Männlichkeitsvorstellungen und -anforderungen und rechten Denk- und Verhaltensweisen sowie der Relevanz dieses Zusammenhangs für eine pädagogische Präventionspraxis. Im Laufe des Projektes zeigte sich, dass ein Verständnis von Männlichkeitsmustern in rechten Lebenswelten von einer relationalen Analyse ausgehen muss – also die Wechselwirkungen zwischen Männlichkeits- und Weiblichkeitsvorstellungen sowie zwischen Verhaltensweisen von Männern und Frauen in rechten Lebenswelten berücksichtigen. Dies ist einerseits notwendig, um die Verknüpfung von Männlichkeit(en) und rechten Einstellungen und Verhaltensweisen besser zu verstehen. Andererseits war das Projektziel ein Fortbildungsangebot für Pädagog_innen, die in der Regel in gemischten Settings arbeiten, sodass sich auch vor diesem Hintergrund eine Berücksichtigung von Geschlechterdynamiken zwischen verschiedenen Geschlechtern anbot.

Forschungsphase

Vor diesem Hintergrund wurde zu Beginn des Projekts eine Forschungsphase durchgeführt, da sich im Vorgängerprojekt Geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen an der Schule als Prävention rechter Einstellungen und Handlungsweisen (www.jungenarbeit-und-schule.de) ein Bedarf nach vertiefter Forschung ergeben hatte. In dieser Forschungsphase wurden:

  • zwei Expert_innen-Workshops mit Wissenschaftler_innen aus der Rechtsextremismus- und Geschlechterforschung sowie Praktiker_innen aus der schulischen und außerschulischen Pädagogik rund um die Themen Rechtsextremismus und Geschlecht konzipiert und durchgeführt. Hier ging es einerseits darum, Zugang zu nicht-verschriftlichtem Wissen und Reflexionen zu erhalten und andererseits um einen Einblick in Bedarfe der Praxis. Gemeinsame Diskussionen und Weiterentwicklungsideen waren ein weiteres wichtiges Anliegen und Ergebnis.
  • eine (Re-)Analyse von Aussteiger-Interviews in Bezug auf Männlichkeits-inszenierungen durchgeführt.
  • Geschlechterkonstruktionen in extrem rechten Jugendmedien analysiert (in Zusammenarbeit mit dem antifaschistischen pressearchiv und bildungszentrum (apabiz) sowie Prof. Dr. Andrea Nachtigall von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin)
  • Multiplikator_innen hinsichtlich ihrer Erfahrungen, Herausforderungen und Probleme in der pädagogischen Arbeit mit rechtsorientierten Jugendlichen im Kontext Schule interviewt.

Praxisphase

Darauf aufbauend wurde in einer Praxisphase eine Fortbildungsreihe zu geschlechterreflektierter Rechtsextremismusprävention für pädagogische Multiplikator_innen entwickelt und durchgeführt sowie weitere Produkte entwickelt:

  • Konzeption und Durchführung einer Multiplikator_innen-Fortbildungsreihe Vielfalt_Macht_Schule mit vier zweitägigen Modulen, Entwicklung von pädagogischen Materialien, Seminareinheiten und Methoden. Die Reihe wurde zwei Mal in Berlin und einmal in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt.
  • Konzeption und Durchführung von einzelnen Modulen und Workshops zu den Themen Rechtsextremismus und Geschlecht, geschlechterreflektierte Rechtsextremismus-prävention sowie Geschlechterbilder in der Pädagogik im Rahmen von Tagungen und Kooperationen mit anderen Trägern.
  • Abschlusstagung in Kooperation mit der Heinrich-Böll- und der Hans-Böckler-Stiftung.
  • Abschlusspublikation Rechtsextremismus, Prävention und Geschlecht in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung.

Das Projekt wird von Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. im Rahmen des Bundesprogramms Toleranz fördern – Kompetenz stärken des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt und von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert. Kooperationspartner_innen sind das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin, das antifaschistische pressearchiv und bildungszentrum(apabiz), die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, das Projekt Mut vor Ort der AGJF Sachsen sowie Prof. Dr. Andrea Nachtigall von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin.

Informationen und Kontakt

Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V.

Projekt: Männlichkeit(en) und Rechtsextremismus

Katharina Debus & Vivien Laumann

Allee der Kosmonauten 67

12681 Berlin

Tel: 030 – 549875-51

info(at)vielfaltmachtschule.de *** www.dissens.de/de/forschung *** www.vielfaltmachtschule.de 


Vgl. auch die Homepage unseres Partnerprojekts Geschlechterreflektierende Neonazismusprävention bei Dissens - Institut für Bildung und Forschung.